Sechseläuten 2010
Musikverein Zürich-Höngg - treuer Begleiter der Zunft Höngg
Im Jahre 1881 gründeten sechs Höngger im damaligen Gesellenhaus ,,Zum Rebstock" die Musikgesellschaft Höngg. Der Musikverein Zürich-Höngg zählt heute rund 70 Aktivmitglieder mit einem Durchschnittsalter von ca. 33 Jahren und etablierte sich in den letzten Jahren zu einem gut ausgebauten Blasorchester in Harmoniebesetzung.
Die beiden Hauptanlässe im Vereinsjahr sind das Jahreskonzert im März und die beiden Konzerte in der Kirche anfangs Dezember. Weitere Eckpunkte im Jahresprogramm sind die Sommerkonzerte, diverse Engagements und das Wümmetfest. Wettspiele, aber auch gesellschaftliche Anlässe - wie Musikreisen, Betriebsbesichtigungen oder ein einfacher Grillplausch gehören zum Vereinsleben der Hönggermusik. Unter der bewährten musikalischen Leitung von Bernhard Meier spielt der Verein von guter Unterhaltungsmusik, über konzertante Blasmusik bis hin zur Marschbuchliteratur alle Stilrichtungen.
Seit der Gründung der Zunft Höngg im Jahr der Eingemeindung 1934 marschiert der Verein stolz am Sechseläuten-Umzug als Zunftmusik mit. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Zunft Höngg im 2009 hat die gute Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Zunft und Spiel einen weiteren Höhepunkt erreicht. Am Jubiläumsanlass der Zunft in der ETH Hönggerberg durfte der Musikverein Zürich-Höngg einen grosszügigen ,,Zustupf" zugunsten der Neuuniformierung entgegen nehmen. Im Gegenzug wurde der Zunft am Jahreskonzert ein Geschenk in Form eines Konzertmarsches überreicht. ,,Hommage" heisst der Marsch, welchen Bernhard Meier zum 75. Geburtstag der Zunft Höngg komponiert hatte. Diese beiden Ereignisse zeigen die gegenseitige Wertschätzung und das gemeinsame Miteinander, welches für den Musikverein Zürich-Höngg nicht wegzudenken ist. Die Hönggermusik ist stolz, die Zunft Höngg als Partnerin zu haben
Bericht aus dem Sechseläuten Magazin 2010 von Andrea Berger
Original Bericht aus dem Sechseläuten Magazin 2010
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Jahreskonzert 2010
Unterwegs auf der Panamericana mit dem Musikverein Zürich-Höngg
Für einmal lag Amerika nur einen Steinwurf vom Meierhofplatz entfernt. Am Jahreskonzert vom 27. März 2010 nahm der Musikverein Zürich-Höngg seine Zuhörer auf eine abwechslungsreiche, musikalische Reise quer über den gesamten amerikanischen Kontinent mit.
Bereits im Entrée des reformierten Kirchgemeindehauses nährten die Klänge des Latin-Trios Los Ramos das Fernweh der zahlreichen Konzertbesucher. Und das war dann auch Programm an diesem Abend. Mit dem Eröffnungsstück ,,Marche Americana" von Søren Hyldgaard schickte sich das stattliche Musikkorps unter der bewährten Leitung von Bernhard Meier an, den weiten Weg von Nord- nach Südamerika unter die Füsse zu nehmen. Als Reiseleiter fungierten dabei Corina Binz und Peter Locher mit ihrer informativ-unterhaltenden Moderation. Die stimmige Interpretation der ,,Overture on an Early American Folk Hymn" von Claude T. Smith entführte das Publikum definitiv in die nordamerikanischen Weiten der Prärie.
In Los Angeles angekommen, ertönte als kleine Reminiszenz an Hollywood der Soundtrack von John Barry zum Kevin Costner-Western ,,Dances with Wolves". Wuchtige Waldhornklänge setzten dieser abwechslungsreichen ,,Concert Suite" die Krone auf. Mit ,,El Camino Real (A Latin Fantasy)" von Alfred Reed setzte die ,,Hönggermusik" danach zum fulminanten Schlusspunkt vor der grossen Pause an. Der ,,Königsweg" zwischen den spanisch-amerikanischen Missionsstationen im Westen der USA zeigte sich von seiner feurig-tänzerischen aber auch melancholisch-verträumten Seite. Die wirklich gelungene Darbietung dieses technisch und musikalisch äusserst anspruchsvollen Werkes quittierte das Publikum mit dem verdienten tosenden Applaus.
Gestärkt und hoffentlich um einige Tombola-Treffer reicher, machte man sich wieder gemeinsam auf den Weg. Die Filmmusik von Chuck Mangione zu ,,Children of Sanchez", mit Angi Spörri und Sabrina Pacozzi als virtuosen Solistinnen, zeigte es unmissverständlich an - bereits war nun Mexico City erreicht. Bei diesen stampfenden Bässen konnte im Publikum kaum jemand mehr ruhig sitzen. Nach ,,Malagueña", dem bekannten lateinamerikanischen Lied des ,,kubanischen Gershwins" Ernesto Lecuona, zündete der Musikverein Zürich-Höngg ein Latin-Feuerwerk. Südamerikanische Rhythmen, Klarinettist Paul Schönholzer alias ,,Mister Bossa Nova" und die spielfreudige Perkussions-Gruppe liessen die Temperaturen im Saal merklich ansteigen. Und leidenschaftlich ging es in Buenos Aires weiter: Im ,,Tango Argentina" erweckten die Höngger Musiker gleichsam einen ,,traurigen Gedanken zum Tanzen".
Das Ziel der Reise war viel zu früh erreicht. Der Samba-Klassiker ,,El Cumbanchero" von Rafael Hernandez, mit Soli der beiden Flötistinnen Flurina Stöckli und Manuela Pacozzi, bildete den temperamentvollen offiziellen Konzertabschluss. Es sollte jedoch erwartungsgemäss nicht der letzte Programmpunkt bleiben. Das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe - und Bernhard Meier und seine Musikantinnen und Musikanten erhörten dieses gerne und bedankten sich ,,artig" im Chor. Mit dem Cha-Cha-Cha ,,Patricia" von Perez Prado verabschiedeten sie sich von ihren Reisegästen. Ein gelungenes Jahreskonzert ging damit zu Ende. Viele der Panamericana-Fahrer liessen es sich jedoch nicht nehmen, ihren Durst an der Musikbar noch stilgerecht mit einem südamerikanischen Drink zu löschen. Na dann, ¡Salud! und ¡Chinchín!
Bericht von Gabriel Diezi (27.03.2010)
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